Geschäftsbericht 2019

Portfolio 2019/2020

Abwicklung weit fortgeschritten

Die EAA hat rund 90 Prozent der Finanzprodukte, die sie 2009/2010 und 2012 von der ehemaligen WestLB übernommen hat, abgebaut. Das Portfolio wurde damit deutlich schneller reduziert als geplant. Der Abbau erfolgte wertschonend. So verfügt die EAA über höhere Reserven als für diesen Zeitpunkt erwartet.

Das bisherige Ergebnis bietet eine solide Grundlage, um die Abwicklung der verbliebenen Bestände voranzutreiben und weiter zu optimieren. Das Gros dieser Bestände ist marktgängig. Die Qualität des Bankbuchbestands hat sich während des Abbauprozesses verbessert. Zum 31. Dezember 2019 machten Engagements mit sehr guten, guten und mittleren Ratings einen Anteil von 69 Prozent aus. In einem Marktumfeld mit niedrigen Zinsen bieten aber nicht nur gut bewertete, sondern auch leistungsgestörte und somit risikoreichere Positionen Kaufanreize für Investoren.

Für eine weiterhin zügige Abwicklung der übernommenen Bestände bestehen gute Voraussetzungen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Coronakrise auch die Arbeit der EAA beeinflussen wird. Aus heutiger Sicht (April 2020) wird es zumindest bei der Abwicklung von Teilportfolios, wie den Infrastrukturprojekten, zu Verzögerungen kommen.

Der Bankbuchbestand

  • Im Kreditportfolio dominieren Projektfinanzierungen im Energiesektor. Sie machen rund ein Drittel des Gesamtvolumens aus und umfassen konventionelle Kraftwerke ebenso wie Projekte im Bereich erneuerbarer Energien. Mit einem Anteil von rund zehn Prozent ist das Volumen der Projektfinanzierungen im Infrastruktursektor deutlich geringer. Aus heutiger Sicht könnte jedoch die Coronakrise insbesondere die Entwicklung von Flughafen-, Hafen- oder Mautstraßen-Projekten hemmen und deren Abwicklung verzögern.
    Kreditbestände im Unternehmenssektor hat die EAA inzwischen fast vollständig abgebaut. Gemeinsam mit der Abwicklung von Projektfinanzierungen im Ölsektor hat das signifikant dazu beigetragen, die Risiken des Portfolios zu verringern. Im Geschäftsjahr 2019 hat die EAA überdies ihre Kreditbestände bei privaten Bauherrn vollständig verkauft und damit vor allem ihren operativen Aufwand gesenkt.
    Jetzt konzentriert sich die EAA darauf, die Zahl der Kreditnehmer im verbliebenen Portfolio zu reduzieren. Hierbei geht es nicht nur darum, das Volumen des Kreditportfolios zügig weiter abzubauen. Durch die Verringerung der Kundenzahl sinkt vor allem der Aufwand für die Verwaltung des Restportfolios deutlich.
  • Das Wertpapierportfolio besteht zu 83 Prozent aus Staatsanleihen. Es dominieren Engagements in Staaten der Euro-Peripherie. Der Anteil Italiens, Portugals und Spaniens umfasste zum 31. Dezember 2019 insgesamt rund 67 Prozent.
  • Bei den Strukturierten Produkten entfallen knapp 60 Prozent auf das sogenannte Phoenix-Portfolio – verbriefte Kredite, die eng mit dem US-Immobilienmarkt verknüpft sind und in der Finanzkrise einen großen Teil ihres Wertes eingebüßt hatten. Einen zweiten Schwerpunkt bilden verbriefte US-Studentenkredite, die mit staatlichen Garantien versehen und somit aus heutiger Sicht risikoarm sind.

Der Bankbuchbestand der EAA ist maßgeblich in US-Dollar (42 Prozent) und Euro (54 Prozent) denominiert. Es überwiegen Engagements mit mittleren und längeren Laufzeiten. Regionale Schwerpunkte bilden Nordamerika (48 Prozent) und Europa (43 Prozent). Sechs Prozent des Bankbuchvolumens entfallen auf den Nahen und Mittleren Osten.

Beteiligungen

Zum Bankbuchbestand der EAA gehören noch 46 direkte und 41 indirekte Beteiligungen. Die Abwicklung von Beteiligungen konzentrierte sich zunächst auf Engagements, deren Geschäftsbetrieb mit operativen Risiken verbunden sein kann. 2019 standen daneben insbesondere Engagements mit hohem Beteiligungsbuchwert, stillen Reserven oder komplexen Strukturen im Fokus: Acht direkte Beteiligungen wurden bis Jahresende 2019 verkauft oder liquidiert.

Unter anderem gelang es nach einem langwierigen Verfahren, den Minderheitsanteil an einer Bank mit einem sehr guten Ergebnis zu veräußern und damit ein vertraglich schwieriges Konstrukt aufzulösen. Der grundsätzlich aufwändige Verkauf von Minderheitsanteilen war in diesem Fall zusätzlich erschwert, da er die Zustimmung der Miteigentümer erforderte.

        Durch Restrukturierung und Verkauf von Beteiligungen hat die EAA erhebliche Werte realisiert.

Seit Errichtung der EAA wurden insgesamt rund 300 direkte und indirekte Beteiligungen auf die EAA übertragen. Davon stehen heute noch 87 Beteiligungen in den Büchern. Zusätzlich übernahm die EAA rund 1.400 Zweckgesellschaften. Deren Bestand sank im vergangenen Jahr auf 234 Gesellschaften.

Die Abwicklung von Beteiligungen und Zweckgesellschaften ist sehr häufig mit großem juristischen Aufwand verbunden und kann sich deshalb über Jahre erstrecken. Das ist besonders dann der Fall, wenn die Engagements ausländischem Recht unterliegen oder für den Verkauf eine Zustimmung von Aufsichtsbehörden notwendig ist.

So wird die EAA den bereits 2017 getätigten Verkauf ihrer irischen Bankentochter EAA Covered Bond Bank (CBB) nicht wie geplant umsetzen können. Der Investor teilte im ersten Quartal 2020 mit, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden den Transfer der Bank, die mit einem deutschen Pfandbriefinstitut vergleichbar ist, nur unter zusätzlichen Auflagen genehmigen würden. Die Parteien haben sich vor diesem Hintergrund entschieden, den Vertrag aufzuheben. Die EAA wird die CBB abwickeln und muss dafür einen erhöhten operativen und zeitlichen Aufwand einkalkulieren.

Der Handelsbestand

Das Nominalvolumen der derivativen Produkte im Handelsbestand der EAA fiel 2019 um 20 Prozent auf rund 137 Milliarden Euro. Damit ist die Abwicklung deutlich weiter fortgeschritten als geplant und im laufenden Jahr sollen weitere Maßnahmen für einen vorzeitigen Abbau umgesetzt werden. Dazu hat die EAA bereits Ende 2019 gemeinsam mit Banken ein entsprechendes Projekt aufgesetzt.